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weiterblicken:antrieb

Mein Gipfelerlebnis

Die Berge haben meine Art zu Leben verändert. Unter einer Vielzahl von eindrucksvollen Touren im Alpengebiet kommt der Sonnenaufgangswanderung in der Nacht zum 26. Juli 2018 eine besondere Bedeutung zu. Die Tour führt von der Totalbhütte (2385 m) hinauf zum Gipfel der Schesaplana (2965 m).

Eine beruflich wie auch privat herausfordernde Lebenssituation hatte über lange Zeit hinweg viel Kraft und Energie von mir gefordert. Im langsamen Aufsteigen durch steile Schneefelder in der Dunkelheit dieser Nacht veränderte sich plötzlich das unablässige innere und äußere Unterwegsein der letzten Monate und wandelte sich zu einem Ankommen bei mir selbst, im Hier und Jetzt. Das bewusste Gehen im Augenblick und die Erfahrung in meinem eigenen Tempo unterwegs zu sein machten diese Stunden für mich zu einem unvergesslichen Bergmoment: zu einem Gefühl von Freiheit und des Ankommens im eigenen Leben.

Die anspruchsvolle Strecke bin ich - gemeinsam mit meinem Wanderfreund - in der Stille und Kälte dieser Morgenstunden Schritt für Schritt weiter aufgestiegen, offensichtlich befreit von der Last so mancher offener Lebensentscheidung. Der Moment auf dem Gipfel brannte sich dann in ganz eigener Weise in die Fülle von besonderen Bergmomenten ein: der klare Blick, der Aufgang der Sonne am Horizont und die unfassbare Weite über alle Gipfel der näheren Umgebung hinweg. In diesem Moment sortierten sich viele Dinge und eine ganz neue Perspektive nahm spürbar Raum ein: es war der erste Impuls einer Vision spürbar, die heute die Überschrift weiterblicken  trägt. Ich kann diesen Moment heute als ein Ankommen bei mir beschreiben und als ein Hinhören auf meine ganz eigene innere Stimme.

Der anschließende Abstieg war geprägt von der Freude dieser Erfahrung, wie auch von der Sorge diesen Moment „verlieren“ zu können. Bis der Impuls am Gipfel dann im Tal zu einer neuen Gewichtung meiner Lebensressourcen führte, verging erneut eine ganze Weile. Bis sich das Gipfelerlebnis auf der Schesaplana dann in die Vision von weiterblicken hinein konkretisierte, brauchte es weitere Schritte und Zeit.

Heute ist es mein Anliegen diese Erfahrung von Wachstum und Veränderung auch anderen auf Ihrem je eigenen Weg zu ermöglichen. Die Berge bieten für mich dazu noch immer einen phantastischen Rahmen, auch wenn der Prozess nicht an diese Umgebung gebunden ist. weiterblicken öffnet solche Räume und bietet eine Wegbegleitung an – im Wissen um die Unverfügbarkeit solcher Momente und in der Achtung vor dem individuellen Weg des Einzelnen.